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Dönitz: Jodl wird Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, 1945-05-13

Den 13. Mai 1945

Der oberste Befehlshaber der Wehrmacht
(Großadmiral Dönitz)

Funkspruch:

an

  1. OKL, Generalmajor Christian (durch Kurier)
  2. OKM/Skl, Admiral Meisel.
  3. Ob.Süd, Generalfeldmarschall Kesselring, zur Weitergabe an unterstellte Heeresgruppen und Armeen.
  4. Ob.Nordwest, Generalfeldmarschall Busch.
  5. W.B. Norwegen.

Ich habe den Chef des Wehrmachtführungsstabes, Generaloberst Jodl, unter Beibehaltung seiner bisherigen Aufgaben mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht beauftragt.

Verteiler:

Adj.Großadmiral
Lt.Minister (Reichsaußenminister) mit der Bitte um Unterrichtung der Reichsregierung.
Chef WFSt
Chef Fü.Gr.
Chefgr. (Oberst Polek)
Op (H)
Op (L)
Op (M)

Dönitz: Jodl nimmt Geschäfte des Oberkommandos der Wehrmacht wahr

Dönitz: Jodl nimmt Geschäfte des Oberkommandos der Wehrmacht wahr

Kapitulationserklärung der Deutschen Wehrmacht

Kapitulationserklärung.

  • Wir, die hier Unterzeichneten, handelnd in Vollmacht für und im Namen des Oberkommandos der Deutschen Wehrmacht, erklären hiermit die bedingungslose Kapitulation aller am gegenwärtigen Zeitpunkt unter deutschem Befehl stehenden oder von Deutschland beherrschten Streitkräfte auf dem lande, auf der See und in der Luft gleichzeitig gegenüber dem Obersten Befehlshaber der Alliierten Expeditions-Streitkräfte und dem Oberkommando der Roten Armee.
  • Das Oberkommando der Deutschen Wehrmacht wird unverzüglich allen Behörden der deutschen Land-, See- und Luftstreitkräfte und allen von Deutschland beherrschten Streitkräften den Befehle geben, die Kampfhandlungen um 23:01 Uhr Mitteleuropäischer Zeit am 8. Mai einzustellen und in den Stellungen zu verbleiben, die sie an diesem Zeitpunkt innehaben und sich vollständig zu entwaffnen, indem sie Waffen und Geräte an die örtlichen Alliierten Befehlshaber beziehungsweise an die von den Alliierten Vertretern zu bestimmenden Offiziere abliefern. Kein Schiff, Boot oder Flugzeug irgendeiner Art darf versenkt werden, noch dürfen Schiffsrümpfe, maschinelle Einrichtungen, Ausrüstungsgegenstände, Maschinen irgendwelcher Art, Waffen, Apparaturen, technische Gegenstände, die Kriegszwecken im Allgemeinen dienlich sein können, beschädigt werden.
  • Das Oberkommando der Deutschen Wehrmacht wird unverzüglich den zuständigen Befehlshabern alle von dem Obersten Befehlshaber der Alliierten Expeditions-Streitkräfte und dem Oberkommando der Roten Armee erlassenen zusätzlichen Befehle weitergeben und deren Durchführung sicherstellen.
  • Diese Kapitulationserklärung ist ohne Prejusdiz für irgendwelche an ihre Stelle tretenden allgemeinen Kapitulationsbestimmungen, die durch die Vereinten Nationen und in deren Namen Deutschland und der Deutschen Wehrmacht auferlegt werden mögen.
  • Falls das Oberkommando der Deutschen Wehrmacht oder irgendwelche unterstehende oder von ihm beherrschte Streitkräfte es versäumen sollten, sich gemäß den Bestimmungen dieser Kapitulationserklärung zu verhalten, werden das Oberkommando der Roten Armee und der Oberste Befehlshaber der Alliierten Expeditions-Streitkräfte alle diejenigen Straf- und andere Maßnahmen ergreifen, die sie als zweckmäßig erachten.
  • Diese Erklärung ist in englischer, russischer und deutscher Sprache abgefasst. Allein maßgebend sind die englische und die russische Fassung.

Unterzeichnet zu Berlin am 8.5.1945

Für das Oberkommando der Deutschen Wehrmacht.

Friedeburg

Keitel

Stumpff

In Gegenwart von:

Schukow
Für das Oberkommando der Roten Armee

Tedder
Für den Obersten Befehlshaber der Alliierten Expeditions-Streitkräfte

Bei der Unterzeichnung waren als Zeugen auch zugegen:

Tassigny

General, Oberstkommandierender der Ersten Französischen Armee

Spaatz

Kommandierender General der Strategischen Luftstreitkräfte der Vereinigten Staaten

Kapitulationserklärung der Deutschen Wehrmacht durch Friedeburg, Keitel und Stumpff

Kapitulationserklärung der Deutschen Wehrmacht durch Friedeburg, Keitel und Stumpff

OKW: Tagesbericht am 1945-04-28

Berlin, 28.4.45

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Unsere Truppen an der Elbe kehrten dem Feind den Rücken und griffen nach Osten an. Vom Norden konnte der Feind in Charlottenburg eindringen und vom Süden in Tempelhof. Am Halleschen Tor und Alexanderplatz beginnt der Kampf um den Stadtkern. Die Ost-West Achse liegt unter schwerem feindlichen Feuer. Trotzdem wurden Eingreifreserven, Munition und Verpflegung gelandet.

Die 9. Armee kämpft sich südlich Königswusterhausen nach Nordwesten zurück. die Linie Brandenburg-Rathenow-Kremmen hält allen Angriffen stand.

Regensburg und Ingolstadt gingen verloren. Auf der Linie Dillingen-Ulm stößt der Feind weiter nach Süden vor.

In Italien setzten sich unsere Truppen auf das Westufer des Po und des Tessin ab.

Bei Brünn griff der Feind mit starken Kräften an.

Da bei Meißen die Verbindung mit den Westmächten hergestellt ist, griffen unsere Truppen nach Norden an.

Bei Prenzlau gelangen den Bolschewisten unter starkem Artillerie und Schlachtfliegereinsatz tiefe Einbrüche.

Bremen hält, auf den Nordostteil der Stadt zusammengedrängt, den feindlichen Angriffen stand.

Da bei Meißen (Anm. d. Red.: Strehla, 25.04.1945) die Verbindung mit den Westmächten hergestellt ist, griffen unsere Truppen nach Norden an.

Tages- und Gefechtsstärken der Heeresgruppen des Ostheeres am 1945-02-28

8. März 1945

Organisationsabteilung (I)

Notiz

Tages- und Gefechtsstärken der Heeresgruppen des Ostheeres
Stand: 28.2.1945

Tages- und Gefechtsstärken der Heeresgruppen des Ostheeres am 28.2.1945

Tages- und Gefechtsstärken der Heeresgruppen des Ostheeres am 28.2.1945

Wehrmeldeamt Wittenberg: Mitteilung am 1944-07-26

(10) Lutherstadt-Wittenberg, den 26.7.1944
Fernruf 521 App. 14

Wehrmeldeamt Wittenberg
– Abt.T –

Frau
Friedel Weber
Lutherstadt-Wittenberg
Triftstr. 9

Sehr geehrte Frau Weber!

In der Anlage übersendet Ihnen Wehrmeldeamt Wittenberg den Wehrpass Ihres Ehemannes. Er gab sein Leben für den Bestand des Großdeutschen Reiches. Die Wehrmacht aber wird das Andenken derer, die in ihren Reihen gefallen sind, in Ehren halten.

Heil Hitler!
Oberstleutnant u. Leiter des W.M.A.

1 Wehrpass

Oskar Münzer: Brief an Karl Weber wegen Ernst Weber am 1944-06-20

O.U., den 20.6.1944.

Leutnant Oskar Münzer
34541

Lieber Kamerad Weber.

Als Zugführer Ihres Bruders bei dem Einsatz, bei dem er sein Leben lassen musste, habe ich es übernommen, Ihnen diesen Brief zu beantworten. Am 29.4.1944 war die Kompanie zu einem Angriff zur Verengung eines kleinen russischen Brückenkopfes über den Dnjestr eingesetzt. Um 10 Uhr wurde mit Sturmgeschützen zum Angriff angetreten. Die Kompanie gewann schnell Gelände und brach in die russischen Stellungen ein. Ihr Bruder hat dabei hervorragenden Mut und größte Kaltblütigkeit bewiesen. Als er zwei Russen, die in ihrem Loch saßen, mit vorgehaltener Waffe aufforderte, herauszukommen und sich zu ergeben, wurde er von einem Streifschuss am Kopf leicht verwundet. Er hat sich daraufhin selbst verbunden und lehnte es ab, zurückzugehen. Nachdem das befohlene Angriffsziel erreicht war, wurde die erreichte Linie von uns besetzt und wir begannen uns einzugraben. Während des Angriffs und auch jetzt lagen wir unter starkem feindlichen Artillerie- und besonders Granatwerferfeuer, sodass größere Verluste auftraten. Gegen 15 Uhr schlug in unmittelbarer Nähe Ihres Bruders eine Granatwerfer-Granate ein. Ein Splitter davon drang in der Schläfengegend in seinen Kopf und führte sofort den Tod herbei. Als wir gegen 19 Uhr abgelöst wurden, nahmen wir unseren toten Kameraden mit zurück und haben ihn noch am gleichen Tage begraben. westlich Purkari, an der Straße Antonesti – Purkari, fand er seine letzte Ruhe. Purkari liegt am unteren Dnjestr.

Allen seinen Kameraden und besonders mir war der Heldentod Ihres Bruders sehr schmerzlich. Ich spreche Ihnen mein aufrichtiges Beileid aus. Indem ich Ihnen für Ihre fernere Soldatenzeit viel Glück und eine gesunde Heimkehr wünsche, verbleibe ich mit kameradschaftlichem Gruß.

Ihr Oskar Münzer

Karte von Purcari am Dnjestr

Diese Karte haben die Kameraden von Ernst Weber gezeichnet und dem Brief beigelegt. Auf den modernen Luftbildaufnahmen sind die damaligen Schützengräben auch heute noch zu sehen.

Briefumschlag mit Feldpostnummern 23542 34541

Ernst Weber Todesanzeige

Fern der Heimat fiel am 29.04.1944 bei den schweren Kämpfen im Osten mein innig-geliebter Gatte, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe, der Unteroffizier

Ernst Weber

geb. 06.02.1913 in Meißen / Sachsen

In tiefer Trauer Friedel Weber geb. Gappisch, Wilhelm Weber und Frau Käthe geb. Borsdorf als Eltern und alle Angehörigen.

Wittenberg, Wichernstr. 8 D, u. Meißen / Sachsen, 17. Mai 1944

OKW: Tagesbericht am 1944-04-29

OU, 29. April 1944

Ic/prop

Der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht
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Aus dem Führerhauptquartier, den 29. April 1944. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Am unteren Dnjestr errangen unsere Truppen auch gestern wieder gegen heftige feindliche Angriffe einen vollen Abwehrerfolg.

Im Kampfgebiet von Jassy gelang es den Sowjets trotz Zuführung neuer Kräfte und starker Schlachtfliegerunterstützung wiederum nicht, unsere Stellungen zu durchbrechen. Deutsche und rumänische Verbände schlugen, teilweise in erfolgreichen Gegenangriffen, unter Abschuss einer Anzahl Panzer alle feindlichen Angriffe ab. Bei den schweren Kämpfen der letzten Tage haben sich das deutsche Grenadier-Regiment 208 unter der Führung von Ritterkreuzträger Oberst Fritz Müller und des rumänischen Reiter-Regiment 11 unter Führung von Oberst Cheruvin besonders ausgezeichnet.

Südwestlich Kowel wurde das am Vortage gewonnene Gelände von versprengten feindlichen Kräften gesäubert und dabei eine eingeschlossene bolschewistische Kampfgruppe vernichtet. Unter den etwa 2000 gefangenen befindet sich auch ein Divisionskommandeur mit seinem Stabe. Große Mengen an Waffen und Kriegsmaterial fielen in unsere Hand. Die blutigen Verluste der Sowjets sind hoch.

Vom 26. bis 28. April verloren die Bolschewisten 105 Flugzeuge, neun eigene Flugzeuge kehrten im gleichen Zeitraum nicht zurück.

In Italien fanden keine Kampfhandlungen von Bedeutung statt. Kampfflieger griffen in der vergangenen Nacht feindliche Stellungen und Truppenunterkünfte im Landekopf von Nettuno mit guter Wirkung an.

Über den besetzten Westgebieten wurden gestern elf feindliche Flugzeuge vernichtet.

Vor der bretonischen Küste kam es in der vergangenen Nacht zu einem Seegefecht zwischen deutschen Torpedobooten und britischen Zerstörern. In hartem Kampf wurde ein feindlicher Zerstörer der „Trible“-Klasse versenkt und 47 Mann der Besatzung als Gefangene eingebracht. Ein eigenes Boot erlitt schwere Beschädigungen.

In der vergangenen Nacht warfen feindliche Flugzeuge Bomben in Nord- und Westdeutschland.

Schwere deutsche Kampfflugzeuge setzten ihre Angriffe gegen Ziele an der englischen Südküste fort.

Karl Weber: Brief an Ernst Weber, 1944-03-27

O.U., den 27. März 1944

Feldwebel Karl Weber
23542

 

Lieber Ernst!

Endlich habe ich auch von Dir ein Lebenszeichen, Deinen Brief vom 27.2., erhalten. Ich danke Dir vielmals dafür, vor allem freut es mich, dass es auch Dir den Verhältnissen entsprechend gut geht.

Ich weiß im Moment nicht wann und was ich Dir im letzten Brief geschrieben habe. Also, wie Du nun schon von mehreren Seiten wissen wirst, uns ist am 13.2. ein kleines Töchterchen geboren worden. Ich selbst war Anfang März auf einer Dienstreise nach Berlin und Dresden wieder für 4 Tage zu Hause und habe mir bei dieser Gelegenheit mein Werk besehen können. Unsere Ingrid ist ein liebes kleines Püppchen und ist ebenso wie Ilse gesund und munter, jedenfalls sind wir sehr glücklich. Nun müsste nur noch Frieden und wir immer zu Hause sein können.

Bist Du noch immer an Deinem alten Standort oder seid auch Ihr zu den schweren Abwehrkämpfen herangezogen worden? Im Süden drückt ja der Russe jetzt gewaltig und wie mir es scheint nicht erfolglos, er macht Tag für Tag neue Fortschritte und ich glaube es wird höchste Zeit, dass ihm ein energisches Halt geboten wird. Ja, wenn wir im Westen nicht soviel Truppen in Bereitschaft halten müssten, ich glaube der Russe wäre dann vielleicht schon längst erledigt. Aber so, mit unseren Abwehrkräften allein ist dies nicht so leicht. Wir wollen trotzdem hoffen, dass auch dieser gewaltige Ansturm sein Ende findet. Man erwartet ja nun täglich die Invasionsversuche der Westmächte, von ihrem Erfolg hängt für uns vieles ab und wenn wir dann in der Lage sind unsere Vergeltung anzusetzen, dann muss auch dieser Feind zusammenbrechen. Hoffen wir, dass dies recht bald der Fall ist!

Von mir selbst gibt es noch nichts neues wieder zu berichten, es geht mir noch immer recht gut. Von Hans bekam ich nach langer Zeit auch mal wieder Post, er ist jetzt bei einem Lehrgang in der Slowakei. Auch Wolfgang und Alfred geht es noch gut, sodass sich die Eltern zur Zeit wohl nicht so sehr um ihrer Jungs sorgen müssen. Hoffen wir, dass der Krieg nun recht bald zu Ende geht und wir uns dann alle gesund und munter in der Heimat wiedersehen werden. In dieser Hoffnung will ich für heute schließen.

Ich wünsche Dir alles Gute, vor allem immer recht viel Soldatenglück!

Herzliche Grüße
Dein Bruder Karl

Briefumschlag mit Feldostnummern 23542 34541

Dieser Brief ging zurück an den Absender Karl Weber, da der Adressat Ernst Weber vor der Zustellung, am 29.04.1944 gefallen ist.